Zunehmend schärfere industrielle Anforderungen führen in vielen Produktionszweigen zu einer außerordentlichen Verfeinerung der angewandten Technologien und der Verfahrenstechniken. Die eingesetzten Methoden werden hierbei ständig präziser und wirkungsvoller gestaltet. Zur Erfüllung des Anspruchs, Spitzenqualitäten bei gleichzeitiger Massenfertigung herzustellen, sind jedoch wesentlich genauere Randbedingungen der Fertigung einzuhalten. Daher ist die Forderung, die Produktionsstätte staub- und keimfrei zu halten, von großer Wichtigkeit. Dies begründet in den letzten Jahren überdurchschnittliche Zunahme von Anwendungen der Laminar-Flow-Technologie bzw. der Reinraumtechnik selbst. So entwickelt die Elektronikindustrie miniaturisierte elektronische Halbleiterbausteine mit großem Funktionsvermögen (Microchips), während die Feinstwerktechnik kleinste Bauelemente mit hoher Präzision verwendet. Eine Fertigung dieser Teile unter unkontrollierter Luft würde zum Ausschuß führen oder die Funktion beeinträchtigen.

Die Präparate zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten haben einen kaum zu überbietenden Stand erreicht. Sie bedingen daher einen hohen Grad an Asepsis. Staub und insbesondere Mikroorganismen mindern die Qualität dieser Produkte oder stellen sie gänzlich in Frage. Das Gleiche ist zutreffend für hochwertige Lebensmittel, wobei neben einer Qualitätseinbuße auch die Haltbarkeit durch Verunreinigungen negativ beeinflußt wird. Bei komplizierten, klinischen Operationen führt der Keimgehalt normaler Luft zu Wundinfektionen, die postoperative Probleme auslösen.

Häufig werden neue Technologien zunächst in Laboratorien entwickelt, erprobt und zur Produktionsreife gebracht. Die Störfaktoren in der Luft können aber zu Fehlschlüssen führen, da sie die Ergebnisse verfälschen. Nur durch den Einsatz der modernen Reinraumtechnik wird eine durchgreifende Abhilfe erzielt. Ihr Vorteil ist, daß sie nahezu alle luftgetragenen Fremdstoffteilchen beseitigt. Ihr Anwendungsbereich weist daher ein breites Spektrum auf, da sie gesamtheitlich Schwebestoffteilchen, somit Staub und Mikroorganismen, entfernt. Seit der Einführung der Reinraumtechnik in der Praxis ist sie in kurzer Zeit für viele Techniken unentbehrlich geworden. Ständig werden neue Anwendungs- und Einsatzgebiete erschlossen.